Die Frau für alle Felle

Unterwegs mit Dogwalkerin Annett Reinhold

Es ist früh am Morgen. Annett Reinhold führt ihre Hunde aus. Sie ist mit einem ganzen Rudel unterwegs, denn Reinhold ist eine Dogwalkerin.

Das heißt, sie geht mit den Hunden anderer Menschen Gassi, wenn diese keine Zeit dafür haben. Das ist Teil ihres Berufs als Hundetrainerin und Erziehungsberaterin . Die studierte Tierpsychologin bietet nicht nur Dogwalking in Kleingruppen an, sondern berät Hundehalter auch bei Verhaltensauffälligkeiten ihrer Vierbeiner.

Jeden Vormittag ist sie mit mehreren Hunden in einem von Hamburgs Parks. Welche und wie viele mitkommen, hängt vom Wochentag ab. Heute sind es fünf.

Um in einer von Annetts Gassigruppen mitlaufen zu dürfen, muss jeder Hund bestimmte Voraussetzung erfüllen:

Er sollte Spaß an Bewegung und der Interaktion mit anderen Hunden haben.

Einen ausgeprägten Jagdtrieb sollte er besser nicht mitbringen.

Aggressiv gegenüber Menschen oder anderen Hunden darf er ebenfalls nicht sein.

Außerdem sollte der Hund in der Lage sein, auf einen antrainierten Rückruf zu gehorchen. Der Rückruf ist ein akustisches Zeichen, auf das der Hund immer zu seinem Herrchen oder Frauchen zurückkommt. Das können ein Klatschen, ein lautes Pfeifen oder auch ein Zuruf sein.

In Deutschland leben mehrere Millionen Hunde als Haustiere bei Menschen. Viele können den Ansprüchen ihres vierbeinigen Lieblings aber nicht immer gerecht werden. Büroarbeitszeiten und Gassigehen vertragen sich oft nicht.

Doch nicht nur dann macht eine professionelle Hundebetreuung einen Unterschied.

Annett Reinhold hat vor fünf Jahren die ersten Hunde als professionelle Trainerin ausgeführt. Einige von ihnen sind immer noch regelmäßig dabei. Auch zu ihren Herrchen und Frauchen hat sich ein intensives Vertrauensverhältnis aufgebaut. Denn eins verbindet sie ja alle: Die Liebe zu den besten Freunden des Menschen.

Spielen im Park, Wettrennen und Stöckchen fangen: Daran haben alle Hunde Freude.

Einen Problemhund gibt es nicht, sagt zumindest Annett Reinhold. Denn auch ein Hund mit auffälligem Verhalten, ist kein schlechtes Tier, sondern hat eher selbst ein Problem. Das kann viele Ursachen haben: Die Art der Haltung hat genauso Einfluss darauf, wie die Lebensgeschichte des Hundes.

Wird ein Tier zum Beispiel zum Kind- oder Partnerersatz, kann es sich einige unerwünschte Eigenschaften angewöhnen. Es vermenschlicht zu sehr - im negativen Sinne.

Die Sozialisierung eines Hund hat ebenfalls erheblichen Einfluss. Denn wo er aufwächst bedingt, wie er sich später verhält. Ein Welpe, der auf der Straße lebt, lernt andere Dinge als einer, der beim Züchter groß wird.

„Wenn ein Hundehalter mich anruft und sagt: ‚Mein Hund hat ein Problem’, dann schaue ich mir als erstes an, ob es eine Verhaltensstörung ist, oder ein störendes Verhalten“, sagt Annett Reinhold. Erst nach ihrer umfassenden Analyse arbeitet sie mit Mensch und Hund an einer Lösung.

Im Video erklärt Reinhold, was sie von Kampfhunden hält.

"Ich misstraue Menschen, die Hunde nicht mögen. Aber ich traue jedem Hund, wenn er einen Menschen nicht mag."

-Bill Murray

Die beliebtesten Hunderassen

Eine Multimedia-Geschichte von Ricarda Albaum, Julia Jacobs, Mirja Mader, Marie-Kristin Kielhorn, Sebastian Winslow.

Musik: Jekk - So hard

Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Volontärskurses an der Akademie für Publizistik im März 2019.

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